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TUNESIEN 2000
Am Freitag den 29.9.2000 um 17 Uhr ist es wieder so weit. Wir, Elfi und Heinz im TOYOTA Landcruiser und Peperl und Rudi im MITSUBISCHI Pachero treffen uns in Wöllersdorf .
Die Pause in Italien war zu kurz zum Schlafen und zu lang zum Warten. Voriges Jahr hat mir die Anreise wesentlich besser gefallen (tagsüber fahren und kurz vor Genua ein Motel). Um 12 Uhr erreichen wir pünktlich den Hafen in Genua 44°24'44" N, 8°54'26" E). Nach einem guten Mittagessen in der Hafenkneipe trifft auch Mouldi ein. Er hat unsere Fährenpassage besorgt und erledigt für uns auch alle Zollformalitäten. Starker Regen behindert die Suche nach Andreas. Um 18 Uhr, es ist 17 Uhr Tuniszeit, sind wir am Schiff und eine Stunde später laufen wir aus. TIP: Am Schiff Geländeuntersetzung einlegen und Handbremse fest anziehen. Autos werden nur bei schwerem Sturm angegurtet.
Wir genießen das Abendessen an Bord und schlafen in unserer Kabine hervorragend. Pünktlich mit dem Mittagessen beginnt das Schiff etwas zu schlingern, aber bald (16 Uhr) erreichen wir La Goulette. Nach einer kurzen Zollabfertigung (oftmaliges herzeigen der Pässe) erreichen wir bald unser Hotel PALAZE in Gammarth. Am Montag wechseln wir Geld und füllen unsere leeren Dieseltanks auf. Ach wie schön, nur ca. 4 Schilling pro Liter Diesel. TIP: Volltanken erst in Tunesien. Gegen Mittag sind wir in Douga und besuchen eine der größten römischen Ausgrabungsstätten (100 v.Ch. bis 400 n.Ch.). Am Ende der Besichtigung kommt Wind auf und es beginnt zu Regnen und so sind wir sehr froh, dass Andreas mit seinem IFA LKW ankommt. Er und seine Begleiter besichtigen Douga und wir genießen unsere Jause in seinem Wohnaufbau. Zuvor hat mir Elfi noch einige Stacheln der Kaktusfeige aus meiner Unterlippe entfernt.
TIP: Ein reifer Feigenkaktus ist rot. Man kann ihn vorsichtig schälen und das Fruchtfleisch schmeckt vorzüglich. ACHTUNG: Nach dem Genuss einer Kaktusfeige nicht den Finger ablecken - schlecht für die Unterlippe! Wir planen eine Abkürzung nach Le Kef und Rudi gerät mit Vollgas in ein Schlammloch. Auf der Hauptstraße erreichen wir am nordöstlichen Ortseingang von Le Kef das Hotel Les Pines. 40 Dinar pro Zimmer, gutes Abendessen und guter Wein.
Der Dienstag beginnt regnerisch und wir fahren auf direkter Route von Le Kef nach Speitla. Bei Sbiba beginnt eine Umleitung. Wir bleiben aber auf der gesperrten Straße und durchqueren einige Wadis, da die Brücken gerade neu gebaut werden. Nächstes Jahr sollte diese Strecke auch im Winter für alle KFZ befahrbar sein. In Speitla besichtigen wir eine römische Ausgrabungsstätte. Nur noch das nördliche Stadttor wollen wir ansehen als sich Rudi verabschiedet. Die schwarze Wolke im Norden ist ihm unheimlich. Auch mir wird es mulmig als sich die schwarze Wolke gelb einfärbt. Ich dränge Elfi zur Eile und wir erreichen gerade noch die schützenden Mauern des Kapitoltempels bevor ein Sandsturm über uns hinwegfegt. Sichtweite ca. 10 Meter. Nach 5 Minuten ist der Spuk vorbei. Ich hab's mir doch gedacht, es bewahrheitet sich, das schlechte Wetter kommt mit Andreas. Gemeinsam fahren wir auf einer Piste genau Richtung Süden. Ein Radfahrer weist uns den Weg durch das Flussbett. Kurz vor Gafsa erreichen wir die P3 . Das Hotel Gafsa ist nicht sonderlich zu empfehlen, aber wir haben gehört dass es einen sehr schönen Campingplatz geben soll. Das Abendessen in einer Pizaria am nordwestlichen Stadtrand ist sehr gut.
Die Abzweigung zur Selja Schlucht kurz vor dem Ortsendeschild von Metlaoui ist leicht zu finden. Ein par Dinar für den örtlichen Führer und er zwängt uns durch einen schmalen Spalt in den ersten Talkessel der Schlucht. Weiter im Eisenbahntunnel zum 2. Talkessel. Leider hat der IFA eine defekte Zylinderkopfdichtung. Daher werden wir Andy und Christian für kurze Zeit verlassen. Auch wir können die geplante Route von der Selja Schlucht Richtung Westen nicht fortsetzen (Militärisches Sperrgebiet). So fahren wir zurück nach Metlaoui und erreichen über Moulares Mides und Tamerza. Wir verlassen diese schönen Bergoasen und fahren Richtung Süden nach El Hamma. Übernachtung am neuen Campingplatz. Wir haben 2 Optionen: direkte Route nach Douz und Sandspielen in den Dünen, oder Piste rund um das Chott el Cherid. Wir entscheiden uns für die Piste. Also voll tanken und Wasser auffüllen. Die Piste ist sehr abwechslungsreich. Zuerst ebene Fläche mit leichter Salzkruste dann Steppenlandschaft und zum Schluss Geröllwüste. In der Micheline Karte Nr. 956 ist diese Piste genau eingezeichnet. Die Dusche im Hotel Sun Palm in Douz tut gut. Am Freitag besuchen wir zuerst Mouldi in seiner Oase. Dabei testet Rudi seinen Sandanker. Die Fahrt zur Dusche und zum Eselsbrunnen ist abwechslungsreich und viele Sandrosen werden eingesammelt. Michael hat sich uns angeschlossen und auf seinem Motorrad ist er vom Dünenfahren sehr begeistert. Via El Faouar erreicht unser Konvoi Douz. Michael geht das Benzin aus und in Douz ist eine kleine Demonstration gegen Ausländer. Nächsten Tag geht's ab in die Wüste, also noch schnell voll tanken und Wasser auffüllen.
Etwas abseits der Route treffen wir Andreas und Christian. Gemeinsam meisten wir die Strecke von Douz nach Ksar Ghilane in 2 Tagen. Die Route gestaltet sich als einfach, wenn man den Wegpunkten genau folgt. Nur 2 Dünenfelder müssen gekreuzt werden. Vorher wird im Kaffee "Porte de Desert" Tee getrunken. Die Wüstenübernachtung und die Lagerfeuerromantik ist für alle ein sehr schönes Erlebnis. Die Einfahrt in das Fort, kurz vor Ksar Ghilane ist etwas eng. Zu eng für den IFA. In Ksar Ghilane besuchen wir den Obelisken zum Andenken an Kolonel Le Clerc, umrunden die Oase nur so zum Spaß und planschen im heißen Thermalsee. Die LKW Crew ist froh den LKW über die Dünen gebracht zu haben und lädt uns zu Käsefondue ein. Danke.
Die Piste von Ksar Ghilane nach Chenini ist waschbrettartig und staubig. Kurz vor Cinini beginnt die Asphaltstraße und eine herrliche Landschaft. Chenini ist touristisch überfüllt. Die Berbersiedlung Guermessa ist ruhig und ohne Touristen zu besichtigen. Übernachtung in Tataouine. Nach etwas handeln bezahlen wir 40 Dinar für das Doppelzimmer.
Weiterfahrt über Ksar Hadada, welches früher einmal ein Hotel war zum Ksar Jouma. Die Zufahrt zum Ksar erfordert den kleinsten Geländegang. Die Aussicht ist grandios, keine Touristen und auch keine Führer. Die Ghorfa Speicherburg Ksar Haluf wird gerade zum Hotel ausgebaut. Derzeit noch keine Touristen aber eine Köchin. Sie bereitet für uns Brig und Kuskus und inklusive einigen Coca Colas bezahlen wir 37 Dinar (5 Personen). Anschließend setzen wir Michael an einer Pistenkreuzung aus. Er fährt Richtung Matmata und wir fahren Richtung Gabes. Eine Übernachtung im Hotel El Manara in Gabes kostet 32 Dinar. Am nächsten Tag ist baden im Mittelmeer angesagt. Den anschließenden Besuch der Oase El Hamma hätte man sich sparen können - zu heiß. Der Besuch des Oasengartens von Chenini war aber ein voller Erfolg. Elfi und Heinz trinken Cola und Kaffe und genießen die Ruhe der Oase. Von Zeit zu Zeit trabt eine Pferdekutsche mit Touristen vorbei. Für unsere Zeche bezahlen wir 2 Dinar und der Wirt schenkt uns noch Blumen und 2 Granatäpfel. Am Donnerstag fahren wir nach Kairoan . Vorher stärken wir uns in einem Straßenlokal mit einem gegrillten Hammel. Nun sind wir für die Stadtbesichtigung gerüstet. Das Hotel Le Kasbah ist für Antialkoholiker sehr empfehlenswert. Die Überfahrt am Freitag ist ruhig und noch vor Mittag verlassen wir Genua Richtung Österreich. PS: Hast du den Nakten unter der Dusche gefunden? Autor: Heinrich Huber Tunesienreise 10/2000 in Stichworten: ===================================== Tagestemperatur in Nordtunesien : 20- 25°C Tagestemperatur am Rand der Sahara : 25-30°C Nachttemperatur am Rand der Sahara : 15-19°C Zeitverschiebung : Tunesien 1 Stunde Wechselkurs : 1 Dinar = ca. 10 ATS Währung auf der Fähre : FF. Jede andere EU Währung wird auch angenommen. Dieselpreis in Tunesien : 0,415 DIN = ca. 4.15 ATS Dieselpreis in A und I : ca. 12.-- ATS Gefahrene Kilometer : 3865 km ab/bis Wien Durchschnittsverbrauch : weniger als 10 l / 100 km Autobahnmaut : 728,-- ATS Fährenpreis inkl. 2 Bettkabine und Vollpension : DM 1500.-- 4 Übernachtungen in sehr schönen Hotels mit HP : 3600.-- ATS Essen, 4xHotels, 2xCamping und Diesel : 6400.-- ATS Gesamtausgaben : 22.000,-- ATS für 2 Personen und 1 Auto ![]() Mail an Autor: Heinrich.Huber@huweb.net
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